Doch in diesem Beitrag sprechen wir über Titel.
Denn sobald man über farbige Stoffe hinausgeht, betritt man etwas viel Aufschlussreicheres. Worte. Autorität. Bezeichnungen, die Menschen sich selbst geben – oder die ihnen gegeben werden.
Und historisch gesehen waren diese Worte nicht zufällig.
Sie begannen als soziale Marker innerhalb sehr spezifischer kultureller Systeme.

In Japan zum Beispiel existierte menkyo lange vor modernen Gürteln. Ein menkyo war kein Motivationsaufkleber. Es war eine Lizenz. Eine Lehrbefugnis. Eine Anerkennung, dass Wissen übertragen worden war. Und menkyo kaiden bedeutete vollständige Übertragung – nicht „Ich fühle mich spirituell entwickelt“, sondern „Du trägst nun den Lehrplan.“
Dann gibt es sōke. Heute werfen die Leute dieses Wort herum, als ob es „oberster Gründer von allem“ bedeuten würde. Historisch bedeutete es das Oberhaupt eines Familienzweiges. Familienoberhaupt. Hüter der Tradition. Es bedeutete nicht automatisch Gründer. Dieses Wort ist kaiso. Zwei verschiedene Dinge. Das eine ist Erbe. Das andere ist Schöpfung.
Und dann haben wir sensei. Mein liebstes missbrauchtes Wort. Es bedeutet wörtlich „derjenige, der vorangegangen ist“. Es ist eine höfliche Anredeform. Es ist kein Rang. Es ist keine mystische Beförderung. Es würdigt lediglich Erfahrung. In Japan nennt man seinen Schullehrer sensei. Ihr Arzt ist sensei